Demo © fuxart - Fotolia.com
Berlin, die Hauptstadt steht nicht nur in Sachen Bevölkerungszahl an erster Stelle, auch die Protestkultur der Einwohner kann sich durchaus sehen lassen. Das Jahr 2011 hatte sowohl innen- als auch außenpolitisch einiges zu bieten, und mit vielen Entwicklungen waren viele nicht einverstanden. Rund 4000 Demonstrationen haben im vergangenen Jahr in Berlin stattgefunden, protestiert wurde gegen die unterschiedlichsten Dinge.
Ein Ereignis, was die Stadt in Befürworter und Gegner gespaöten hat, war der Besuch des Papstes Benedikt XVI im September. Während dieser mit unzähligen Anhängern die Heilige Messe im Olympiastadion gefeiert, Schloss Bellevue besucht und eine Rede im Bundestag gehalten hat, haben sich Tausende Menschen am Potsdamer Platz versammelt, um gegen päpstliche Werte wie Sexismus und Homophobie zu protestieren.
Ebenfalls am Potsdamer Platz versammelten sich im März, kurz nach dem Supergau in Fukushima, Tausende Menschen, um gegen die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken zu demonstriern und den kompletten Ausstieg aus der Atomenergie zu fordern. Diese dautschlandweiten Großdemonstrationen hatten immerhin den Erfolg, dass Frau Merkel die eigentlich beschlossene Laufzeitverlängerung vorerst auf Eis legte.
Ein weiterer traditioneller Demonstrationshöhepunkt ist die alljährliche Demo am 1. Mai. Am Tag der Arbeit versammeln sich jedes Jahr aufs neue Tausende Menschen in Kreuzberg zur Revolutionären Ersten Mai-Demo, um für eine soziale Revolution lautstark und mitunter militant zu protestieren. Ebenfalls traditionell sind die anschließenden nächtlichen Krawalle.
Ein großes Thema 2011 war die Gentrifizierung. Gegen steigende Mieten, Verdrängung und die Aufwertung von Kiezen versammelten sich Anfang September mehrere tausend Menschen am Hermannplatz und zogen durch Neukölln, Treptow und Kreuzberg 36, drei Nezirke, die von Gentrifizierung betroffen sind.
Im Oktober ist auch Berlin Schauplatz der Occupy-Bewegung geworden. Die an der Wall Street gestartete Protestbewegung ist im Regierungsviertel gestartet und schließlich in Zelte am ehemaligen Bundespressestand gezogen, wo das Lager bis vor kurzem noch geduldet wurde.